art 2.0 macht Pause

“Ist hier überhaupt noch was los?” fragt sich vielleicht der ein oder andere Besucher  - auf welchem Weg und aus welchem Beweggrund auch immer er hier hingefunden haben mag. Seit einiger und auch in absehbarer Zeit lautet die klare Antwort darauf: Nicht viel! Leider. Martin, Ute, Franziska, Kerstin und Anja kommen gerade einfach nicht dazu, sich um neue schöne art 2.0 Projekte zu kümmern. Aber wir sind guter Dinge und frohen Mutes, irgendwann wieder etwas auf die Beine zu stellen mit unserer Initiative zum digitalen Zeitalter – und werden es nicht versäumen, auf allen Kanälen davon zu berichten. Lasst uns was einfallen!

Smarte Algorithmen

Mittlerweile wählen sie Bücher für uns aus, sagen uns, wieviel wir essen dürfen, welche Geschäftsstrategie die beste ist, und geben Tipps, wo wir am besten ausgehen können, wenn wir (nur) unseresgleichen treffen wollen. Die smarten Algorithmen. Miriam Meckel, Evgeny Morozov und andere machen darauf aufmerksam, dass wir mit dem Denken auch die Verantwortung und Selbstbestimmung aufgeben. Zumindest tendenziell.

Wahrscheinlich ist es nicht umsonst so, dass die Lehre von den smarten Zielen ein wichtiges Kriterium unterschlägt: Ziele – wie zum Beispiel: “Lass uns einen smarten Algorithmus entwickeln, der uns sagt, was wir wollen” – müssen ökologisch sein. Die entscheidende Frage dabei ist: Welchen Preis muss ich bezahlen, wenn ich das Ziel erreicht habe? Was verliere ich dadurch?

Wie dem auch sei: Was wir nicht an smarte Algorithmen deligieren sollten, dass ist das Nachdenken über die ökologischen Folgen, die es hat, wenn wir das smarte Denken nicht mehr selbst übernehmen. (mb)

Gambiarra oder wie euch die Welt gefällt: Fotoaktion zum Mitmachen

Manchmal ist das, was wir im Laden kaufen können, einfach nicht das, was wir brauchen. Oder zu langweilig. Mit wenigen Handgriffen können aus Dingen neue Gebrauchsgegenstände entstehen. Häufig sogar ganz spontan. In Brasilien nennt man solche Abwandlungen Gambiarra, die Amerikaner sagen jerry rigging dazu und in Japan heißt das Chindōgu, was soviel bedeutet wie “seltsames Gerät”.  Auch Upcycling meint letztlich das Gleiche.

Jeder kennt solche Dinge oder Wege, die abgewandelt und neuen Nutzen zugefügt wurden. art 2.0 lädt ein, selbst Geschaffenes und irgendwo Gesehenes im speziell für diese Aktion eingerichteten tumblr-Blog “wie es euch gefällt” zu posten. Macht mit!

Mehr zum Thema Gambiarra bei Martin Butz im Blog.

„Social Web ist schön – macht aber viel Arbeit!“ – Das stARTcamp Köln geht in die zweite Runde

Auch in diesem Jahr unterstützt art 2.0 das stARTcamp Köln.

Was sind die typischen Aufgaben eines Social Media Managers und wie sehen seine täglichen Herausforderungen aus? Mit ihren Veranstaltungen zu Arbeitsbedingungen und Strategien im neuen Berufsfeld von Social Media haben die Macherinnen des stARTCamp Köln bereits in der Vergangenheit die Kulturszene zusammengebracht.

Für das kommende stARTcamp in der Karl-Rahner-Akademie setzen sie erneut auf eine Durchmischung von Internetexperten und Kulturschaffenden. Für letztere hat der Umgang mit Social Media erheblich an Bedeutung gewonnen, da immer mehr Museen, Theater, Verlage und andere Institutionen aus dieser Branche ihre Auftritte in den sozialen Netzwerken planen.
Was allgemein für das Berufsbild „Social Media Manager“ gilt, stellt für den Kulturbereich eine große Herausforderung dar: Es gibt kaum festgeschriebene Standards und gerade in der Kultur müssen sich vor allem Quereinsteiger mit den Anforderungen dieses neuen Arbeitsfeldes beschäftigen.

„Den perfekten Social Media Manager für den Kulturbereich muss man sich schon selber basteln.“
Mit diesem kleinen Augenzwinkern erstellen Wibke Ladwig (Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt), Ute Vogel (frau Vogel Design) und Anke von Heyl (Kultur Event Büro) beim stARTcamp Köln eine Anleitung hierfür.

Das 2. stARTcamp Köln legt einen Schwerpunkt auf das nötige Handwerkszeug für den erfolgreichen Einsatz von Social Media. In den einzelnen Sessions dieser als Barcamp (Unkonferenz) konzipierten Veranstaltung sollen die Teilnehmer zu Themen wie „Community Management“, „Content Marketing und Strategien“ oder „Online-Redaktion“ miteinander diskutieren. Die Organisatorinnen liefern mit dem stARTcamp einen einen wesentlichen Programmpunkt in der Kölner Internetwoche.

Das stARTcamp Köln findet am 14. September 2012 in der Zeit von 9 bis 18 Uhr in der Karl-Rahn-Akademie unweit des Neumarkts statt.

Der Verkauf des 2. Ticketkontingents beginnt am 27. August.

Weitere Informationen – auch zur Anmeldung – finden sich unter http://startcampk.posterous.com

art 2.0 unterstützt das stARTcamp Köln

Social Web ist schön, macht aber viel Arbeit.” Im Rahmen des stARTcamps Köln am 7. Oktober 2011 stehen neue Arbeitsformen, Kollaboration, Coworking, Crowdsourcing, Crowdfunding sowie Fragen der Organisation von Social Media im Mittelpunkt. art 2.0 unterstützt das Mashup aus BarCamp und Konferenz.

Als Veranstaltungssatellit zur stARTconference richtet sich das stARTcamp an Kulturschaffende, Künstler, Kultureinrichtungen und Vertreter aus der Kulturwirtschaft.

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Plunderphonics – Nachtrag

Am 29.06. stellte die art 2.0 in der V8-Galerie den kanadischen Musiker und Komponisten John Oswald und die amerikanische Band Negativland vor. Beide gerieten aufgrund ihrer besonderen musikalischen Praxis mit dem Copyright in Konflikt. Beide haben diesen Konflikt von Eigentum und Kreativität in ihrer Arbeit bis heute immer wieder thematisiert. Im Nachgang habe ich einen Artikel über John Oswald geschrieben.

art 2.0 Abend: Plunderphonics

Copyright und Culture Jamming mit verbotener Musik

1985 verwendet der kanadische Komponist John Oswald den Begriff “Plunderphonics” in einem Aufsatz mit dem Titel: “Plunderphonics, or Audio Piracy as a Compositional Prerogative”. Oswald beschreibt mit dem Begriff ein kompositorisches Verfahren, welches im engeren Sinn als ‘Sampling’ gedeutet werden kann. Doch geht die ‘Klangplünderei’ weiter und zugleich tiefer: Der Fundus existierender Tonaufnahmen – einschließlich reiner Sprachaufnahmen – wird analysiert, zerlegt, temporal bearbeitet und wieder neu zusammengesetzt. Die neuen Werke bestehen zudem komplett aus Fremdmaterial. Es wird nicht verwundern, dass Oswald mit dem Copyright in Konflikt geriet. Sein 1989 erschienenes Album “Plunderphonics” mit weitgehenden Bearbeitungen – wenn man dies so noch zu nennen wagt – von Beethoven, Strawinsky, den Beatles, James Brown, Michael Jackson und anderen wurde auf Initiative der kanadischen Tonträgerindustrie verboten. Ab und an kursiert das Album jedoch zum Download im Netz, wie jüngst auf UbuWeb.

Auch Negativland ist subversiv. Die amerikanische Rockband wurde insbesondere im Zuge der Veröffentlichung einer Single mit dem Namen “U2″ bekannt. Das Cover zierte eine Aufnahme des Bombers mit den bildfüllendend unterlegten Zeichen “U2″; klein darunter “Negativland”. Die Aufnahme verarbeitete u. a. den U2-Song “I Still Haven’t Found What I’m Looking For” in Form einer parodistischen Audio-Collage. Island Records setzte ein Verbot der Single durch, mit welcher in Plattenläden ganze Schaufenster tapeziert wurden, weil dort brennend die neue Scheibe der irischen Weltrockband erwartet wurde. Doch diese öffentlichkeitswirksame Auseinandersetzung ist eher Oberflächengekräusel: Von jeher setzte sich Negativland kreativ, lustvoll, kritisch und subversiv mit der uns umgebenden (kapitalistischen) Kultur auseinander. Sie waren es auch, die den Begriff des “Culture Jamming” als Kunstform prägten: Werbung und Markenkommunikation wird gegen den Strich gebürstet, enttarnt, unterlaufen, angeeignet.

Dies alles sind genug Gründe für art 2.0, einen Abend lang gemeinsam etwas über Oswald und Negativland zu erfahren, Videos anzusehen und Musik zu hören.

Termin: Mittwoch, 29. Juni 2011 Einlass: 19 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr

Ort: V8 Galerie, Mohrenstraße 2, D–50670 Köln

Der Eintritt ist frei. Bitte kurz per E-Mail anmelden wegen der Sitzplätze.

Anmeldung und Kontakt: orga@art-zweinull.de

Anfahrt: http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&q=Mohrenstrasse+2,+50670+Koeln&sll=50.092393,10.195313&sspn=20.908939,33.354492&ie=UTF8&z=16&om=1&iwloc=addr

Einen Artikel zu John Oswald gibt es im Blog von Martin Butz.

Expertenabend mit Florian Kuhlmann am 10. Mai 2011

art 2.0 freut sich sehr, am 10.5.2011 Florian Kuhlmann begrüßen zu dürfen.
“Er publiziert als Autor im Netz, hält im In- und Ausland Vorträge über seine Arbeit, bloggt, twittert, facebookt und vernetzt sich, er gestaltet riesige digitale Collagen am Rechner, stellt sie unter Creative Commons Lizenzen ins Netz, zeigt diese und andere Arbeiten in Blogs und Magazinen weltweit, machte ganze Ausstellungen im Cyberspace und organisierte Happenings und Performances in Secondlife und per Videolivestream im Netz.
Er beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren auf unterschiedliche Weisen mit den Auswirkungen von Netz und Digitalisierung auf die Gesellschaft”

Florian wird über aktuelle Aspekte der Netzkunst und Netzkultur sprechen.

Termin: Dienstag, 10. Mai 2011. Beginn 19:30 Uhr.
Ort: sym.net, Hansaring 78, 50670 Köln
Ecke Weidengasse, schräg gegenüber S- und U-Bahnhaltestelle Hansaring.

Der Eintritt ist frei. Bitte kurz per E-Mail anmelden wegen der Sitzplätze.

art 2.0 Lichtspielabend mit Hacker

Wer ihn (wie wir) im Dezember in der Kölner Filmpalette verpasst hat oder gerne noch mal sehen will, ist herzlich eingeladen zum art 2.0 Lichtspielabend mit dem Film

Hacker – Porträt einer Gegen-Kultur

von Alexander Biedermann

„Alexander Biedermann begegnet fünf Hackern, die unterschiedliche Lebenswege gehen und sich einen Namen in der Hackerszene gemacht haben. Ihre Geschichten sind oft so kurios wie überraschend: Steffen Wernéry und Reinhard Schrutzki gehören zu der ersten Hacker-Generation. Als Pioniere eines neuen Zeitalters entdeckten sie hinter der Telefonbuchse ihres Hobbykellers eine unbekannte Welt. Die Mitbegründer des Chaos Computer Clubs sind die Hacker von damals, die mit dem legendären NASA-Hack von 1987 in Verbindung gebracht werden. Irgendwann holten sie die Ereignisse in Form von staatlichen und gegenseitigen Verdächtigungen ein. Was ist geblieben vom Pioniergeist?“

Mehr Infos und ein Trailer zum Film:
http://www.hacker-film.de/

Termin: Dienstag, 22. März 2011. Einlass 19 Uhr, beginn 19:30 Uhr.

Ort: sym.net, Hansaring 78, 50670 Köln

Ecke Weidengasse, schräg gegenüber S- und U-Bahnhaltestelle Hansaring.

Der Eintritt ist frei. Bitte kurz per E-Mail anmelden wegen der Sitzplätze.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen.

art 2.0 zeigt diesen Film in Kooperation mit der Kölner Internet Union e.V.

Vortragsabend: Good Copy, Bad Copy

Termin: Donnerstag, 25. November 2010, Beginn 19:30 Uhr
Ort: sym.net, Hansaring 78, 50670 Köln

Unterhaltsam-kritische Betrachtungen zum Copyright mit Martin Butz – für alle Konsumenten, Prosumenten und Produzenten kreativer Werke.

Im digitalen Zeitalter geraten Schöpfer kreativer Leistungen schnell in Konflikt mit dem Copyright bzw. Urheberrecht, nach dem hierzulande über Gebrauch und Missbrauch geistiger Werke geurteilt wird.

Helene Hegemann bedient sich für ihren hochgelobten Roman Axolotl Roadkill an Bloggerzitaten, die FAZ-Redaktion versteht den Umgang mit Creative Commons Lizenzen nicht und nun behauptet Rafael Horzon, Helene Hegemann sei die Ghostwriterin seines jüngst erschienen Werkes “Das weiße Buch”. Das ist nicht verboten, aber wem genau und auf welche Weise nützt das Urheberrecht eigentlich? Wo liegt der Unterschied zwischen Urheberrecht und Copyright? Und inwiefern ist es möglich, etwas wirklich Originäres zu schaffen – bauen wir nicht alle aufeinander auf?

“Vom kreativen Zweifel an immateriellen Eigentumsrechten” erzählt Martin Butz in seinem Vortrag “Good Copy, bad Copy” und nimmt uns nach der Premiere auf der Cologne Commons Konferenz erneut mit auf eine Reise durch die Geschichte des Copyrights vom antropofagischen Manifest über The Verve’s Bittersweet Symphony bis hin zur Anleitung von Florian Freier, wie man einen Gursky einfach selber macht.

Eintritt frei, Anmeldung erwünscht an orga(at)art-zweinull.de

Version 1.0 bei den Cologne Commons – Konferenz & Festival  für digitale Kultur